Klootschießerkreis 1 Butjadingen

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Entstehung

Die Entstehung des Straßenboßeln

Es ist heute schwierig zu sagen, wie sich das Boßeln aus dem Klootschießen entwickelte. Es gibt dazu viele Theorien, die allesamt schlüssig klingen, die aber unterschiedlicher nicht sein könnten. Der am plausibelsten klingenden Theorie nach entwickelte sich das Boßeln folgendermaßen:
Um ca. 1850 entwickelte sich die heutige, recht anspruchsvolle, Wurftechnik im Klootwerfen mit der Drehtechnik (siehe Thema Klootschießen). Vorher ähnelte die Wurftechnik der heutigen Technik beim Boßeln sehr. Aufgrund der Tatsache, dass mit der neuen Wurftechnik höhere Weiten erzielt wurden, ist stark anzunehmen, dass es bei den Werfern, denen die Umstellung auf die neue Technik nicht gelang oder die den technischen Ansprüchen generell nicht gerecht wurden, zu der Einsicht kam, dass man sich vom Klootschießen abwandte und eine neue Variante schuf. Diese neue Variante beinhaltete die alte Wurftechnik und führte zu größeren Kugeln, die verhinderten, dass die neue Klootwurftechnik auch hier Einzug hielt. Um 1850 war das Freiluft-Kegeln außerhalb von Dorfgaststätten recht populär, so dass es möglich ist, dass man sich kurzerhand dieser Kugeln bemächtigte, was anhand von Größe und Gewicht der damaligen Kegelkugeln plausibel wäre.
Somit wäre das heutige Weideboßeln (vermutlich zu der Zeit aber noch als Feldkampf ausgetragen) wohl die ursprüngliche Form des Boßelns. Die Tatsache, dass man die neuen schweren Kugeln aber wohl nur schwer über die Gräben flüchten konnte und die Möglichkeit auf Straßen hohe Weiten zu erzielen, sorgten dann wohl für die Wandlung hin zum Straßenboßeln, dessen weiterer Vorteil die größere Wetterunabhängigkeit war.
Trotzdem dauerte es noch weitere 100 Jahre bis sich das Boßeln endgültig durchsetzte.