Klootschießerkreis 1 Butjadingen

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Straßenboßeln in den 60ern

Froonslüüd un de Lütten kummen darto - Die 60er

Anfang der 60er Jahre wurde die Jugendarbeit nochmals intensiviert und regionale und überregionale Meisterschaften nun auch für die Jugend geschaffen. Viele Vereine führten Trainingstage für Jugendliche und Kinder ein und das Sprichtwort "ein Friese lernt gleich nach dem Laufen das Boßeln" entstand.
1961 wurde die endgültige und überfällige Gleichsetzung des Boßelns zum Klootschießens endgültig beschlossen und auch sogleich Meisterschaften und Punktspiele eingeführt.
Die Begeisterung darüber kannte kaum Grenzen. Dem Problem der unterschiedlichen Leistungsfähigkeit entgegnete man mit der Einführung von Altersklassen.
Weitestgehend keine Beachtung fand damals noch das Frauenboßeln, im Gegenteil, es wurde bestenfalls belächelt. Im patriarischem Friesland hatte die Frau am Herd zu sein, ein Boßeln auf sportlicher Ebene war anfangs undenkbar. Und so ließ man die Frauen meist nur auf Dorffesten Geschicklichkeitsboßeln durchführen oder ließ sie bei Bollerwagen-Touren mal werfen. Das alles hinderte aber die Frauen nicht sich genauso für den Sport zu begeistern und so gründeten sie kurzerhand Froonslüüd-Vereene, reine Frauen-Clubs. Anfang der 70er lösten diese sich aber allmählich wieder auf und die Frauen schlossen sich den bestehenden Vereins-Strukturen an, allerdings mit Ausnahme von Schleswig-Holstein, dort saß das alte Frauenbild tiefer in den Köpfen der Verantwortlichen und es konnte sich dort erst spät eine Angliederung durchsetzen, dort gibt es die Froonslüüd-Vereene noch heute.
Mitte der 70er war es dann auch für Frauen und Mädchen möglich an Meisterschaften teilzunehmen und einen Punktspielbetrieb zu eröffnen.
Gleichzeitig begann man mit der Errichtung von Leistungszentren und fing an Trainingslager durchzuführen. Das boßeln boomte nun immer mehr.

Artikel aus der Kreiszeitung Wesermarsch 1967

In den 1960er-Jahren wurde zunehmend die Nachwuchsarbeit intensiviert. Diese Initiativen wirken noch bis heute, der damalige Mitgliederboom ist der Grund für die heute personell und leistungsgemäß starken Männer III - Männer V-Altersklassen.